Fakten zur Wasserkraftnutzung

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Wasser ist die Grundlage allen Lebens - und natürliche, freifliessende Gewässer sind als Sportstätten für den Kanusport unverzichtbar!
Doch obwohl es auf den Landkarten dieser Welt scheinbar genügend Ozeane, Seen und Flüsse zu geben scheint, schrumpfen unsere natürlichen Sportstätten gerade auch in den "zivilisierten" Regionen unseres Planeten rapide:

Speziell in Europa sind bereits rund 80% aller Fließgewässer durch die sogenannte "umweltfreundliche" Energieerzeugung durch Wasserkraft zerstört und für den Kanusport aber auch die Natur an sich verloren gegangen. Der Generalangriff der Energiekonzerne auf die letzten natürlichen Fließgewässerstrecken hat - unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit - bereits begonnen. Falls es nicht bald gelingt, die Pläne und Aktivitäten der Konzerne zur Verbauung letzten Fließgewässer in Europa nachhaltig zu stoppen, werden zukünftige Generationen Flüsse nur noch aus Bildern und Filmen kennen - und nur noch in virtuellen Realitäten erleben können!

Schockierend ist dabei vor allem, dass das Opfer der letzten Fließgewässer auf dem Altar der Energiewirtschaft nicht einmal ausreichen wird, um auch nur den Anteil des Standby-Betriebs unserer heutigen Elektrogeräte am Energieverbrauch abzudecken - der Tod der letzten Fließgewässerstrecken wird also nicht nur sinn- sondern auch noch nutzlos sein (abgesehen von den Profiten für die Energiewirtschaft durch die kostenfrei gestattete Zerstörung des Allgemeingutes Wasser). Für den Kanusport ergibt sich hieraus eine existenzielle Bedrohung: Auf der einen Seite bedroht durch den physischen Verlust seiner Sportstätten und auf der anderen Seite mehr und mehr als Alibi-Prügelknabe und "Gefährdung für die Fauna und Flora der naturnahen Gewässer" gebrandmarkt und von den verbleibenden Gewässern verbannt - alles unter dem Deckmantel desselben "Umweltschutzes", der die zunehmende Zerstörung unserer Gewässer durch Industrie- & Siedlungsbau, Verschmutzung, "Hochwasserschutz" sowie Stau oder Trockenlegung zur Energiegewinnung bisher überwiegend widerspruchslos akzeptiert hat!

Dennoch gibt es erste hoffnungsvolle Anzeichen dafür, dass auch bei den Naturschutzverbänden ein Umdenken eingesetzt hat und der Widerstand gegen den Totalausbau unserer Gewässer wächst. So hat der WWF Österreich zusammen mit anderen Interessengruppen (u.a. auch Vertretern des Kanusportes) die Aktion "Flüsse voller Leben" initiiert, um gemeinsam für Schutz der letzten Fließgewässerstrecken Österreichs zu kämpfen.

Ebenfalls vom WWF Österreich herausgegeben wird eine Faktensammlung zum Zustand der 53 größten Fließgewässer Österreichs, welche viele interessante (und schockierende!) Tatsachen zur Wasserkraftnutzung enthält: So sind eben z.B. 80% dieser Flüsse bereits durch Verbauungen und Kraftwerke schwer beeinträchtigt, wobei rund 30% der gesamten Flussstrecken (oder 1667 km !) entweder aufgestaut oder aber als Restwasserstrecke eigentlich keinen Flusscharakter mehr aufweisen. Im Durchschnitt wird jeder der 53 größten Flüsse Österreichs alle 1,7 km durch ein Querbauwerk in seinem natürlichen Fluss unterbrochen, was einer Summe von rund 3700 Querbauwerken entspricht!

Ach ja: Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass die Situation auch in den anderen europäischen Staaten - allen voran Deutschland und der Schweiz - nicht besser aussieht!

Weiterführende Literatur:

Uhrmeister, Bernd / Reiff, Nicola / Falter, Reinhard: Rettet unsere Flüsse. Kritische Gedanken zur Wasserkraft (Pollner Verlag Oberschleissheim, 1998), ISBN 3-925660-59-3
Rittlinger, Herbert: Das baldverlorene Paradies (Pollner Verlag Oberschleißheim, 8.Auflage 1993), ISBN 3-925660-20-8

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